LUKAS MARXT

Captive Horizon

6 November 2014 – 24 January 2015

Finissage: Friday, 23 January, 7 – 9 pm

Installation view, SCHMIDT & HANDRUP Cologne, 2014, photography: Dirk Rose
Installation view, SCHMIDT & HANDRUP Cologne, 2014, photography: Dirk Rose

Continue reading

NATHAN PETER – LEMON

9 April – 12 July 2014

Man könnte über Nathan Peter sagen, dass er die Produktion von Kunst aus dem Geist der Ruine betreibt. Betrachtet man die handfesten, physischen Methoden mit denen er gemalte Materie analysiert – beschleicht einen wiederholt das Gefühl, als wolle dort jemand im wörtlichen Sinne hinter die Oberfläche gucken. Er seziert seine Arbeiten geradezu, zerlegt sie in kleine Teile, die er neu zusammensetzt, und schabt Leinwände ab, bis kaum noch Substanz vorhanden ist. Das Resultat sind eigenartig weich fließende Stoffobjekte, irgendwo zwischen Bild, Fahne oder Wandbehang.

Schon seit längerem hat Peter ein besonderes Faible für die Haarlemer Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts. Ein Meister dieser in ihrer Palette sehr beschränkten Bilder war Pieter Claesz, dessen Banketjes außergewöhnlich reduzierte Motive in strengen Kompositionen mit malerisch brillanter Oberflächendarstellungen verbanden. Er wurde bewundert für seine virtuosen Materialeffekte und brillierte bei der Darstellung von Gläsern, Metallgegenständen und exotischen Früchten, wie die für Nathan Peters zweite Einzelausstellung in der Galerie Schmidt & Handrup Titel gebende Zitrone. Überhaupt lesen sich alle Bildtitel Peters wie Kurzbeschreibungen eines Pieter Claesz. Die Frage ist, was es bedeutet, dass deren Gitterstrukturen aus zerschnittenen Bildern gewebt wurde, welche sich alle mit dem Werk des Holländers auseinandersetzen?

Sicherlich geht es Peter nicht darum, einfach ein Talent zu exhumieren, auf die Vorlagen als ‚interessante’ Referenz zu verweisen und so eine malerische Praxis zu legitimieren. Die Herausforderung, der er sich stellt, ist vielmehr, genau das methodisch und inhaltlich in Frage zu stellen, was er soeben appropriiert hat. Letztlich prägt Nathan Peter dabei das Bewusstsein für den Verfall des klassischen Leinwandbildes ganz allgemein und der eigenen historischen Verspätung im Besonderen. Eine Möglichkeit wäre daher, diese Bilder als einen psychologischen Akt, quasi als künstlerischen Vatermord zu deuten. Das entspräche im Prinzip der Idee der klassischen Moderne, die den Mythos im Bild – die Motive und Geschichten auf der Leinwand – durch den Mythos vom Bild – ein von theologischen Launen durchblitztes Objekt und Warenfetisch – ersetzten, indem sie nach und nach jedes narrative Moment löschten.

Anstelle der weit verbreiteten ironischen Distanz zum Genre Gemälde liegt es Peter aber daran, Kunstwerke zu schaffen, die zumindest die Möglichkeit aufzeigen, hinter die modernistische Ablehnung des Bildes zu blicken und die Wirkkraft von Bildern jenseits des Fetisch zu erkunden. Das versucht er, indem er Nicht-Bilder anstelle von Bildern in sein Werk einfließen lässt. Dazu gehören seine Banner und Fahnen und im besonderen Maße die Arbeit Lemon, die Skulptur anstelle des Bildes setzt und dennoch von Malerei handelt. So gelingt es Peter, dem herrschenden Dilemma zu entkommen und statt melancholischen Ritualen der Erinnerung Arbeiten zu schaffen, die in der Gegenwart präsent sind und gleichzeitig die Erkenntnisse und Wahrheiten einer vergangenen Zeit in sich tragen.

Susanne Prinz

MARCUS KLEINFELD – CONDITION REPORT

24 January – 22 March 2014

SCHMIDT & HANDRUP freut sich, mit „Condition Report“, die dritte Einzelausstellung von Marcus Kleinfeld in den Kölner Galerieräumen anzukündigen.

Der Ausstellungstitel „Condition Report“ bezieht sich auf eine Formalität des Ausstellungsbetriebs. Vor und nach dem Transport bzw. der Ausstellung eines Kunstwerks erfasst dieser Bericht den aktuellen Zustand des Werks und hält alle Schäden und Gebrauchsspuren fest, die eine Abweichung vom einstigen Originalzustand darstellen.

Marcus Kleinfeld’s Arbeiten beschäftigen sich seit je her mit den psychologischen und physischen Auswirkungen von Systemen auf den Einzelnen oder Gruppen – seien sie politisch, ökonomisch, erzieherisch oder auch familiär. Damit bezieht sich der Ausstellungstitel auch auf Kleinfeld’s Arbeitsweise, die – auf Gesellschaft, Politik und die menschliche Verfasstheit blickend – ebenfalls ein „Condition Report“ ist. Die Protokolle, von Galerien und Museen für Versicherungszwecke erstellt, bezeugen eine Geschichte von Vernachlässigung und Zerstörung. Genau diese Art von Geschichte ist es, an der Marcus Kleinfeld interessiert ist.

Die Bezüge der Arbeiten reichen von persönlichen Bereichen wie Familie und Sexualität zu architektonischen Konzepten für soziales Wohnen und von der traumatischen Erfahrung von Krieg zu Kommunikationsformen des digitalen Zeitalters. Indem er Bildmaterial aus Dokumenten, Fotografien, Werbung, oder medizinischen Publikationen verwendet, lädt Kleinfeld seine fast schon archäologischen Funde mit allegorischer Bedeutung auf und stellt eine geschichtliche Gleichzeitigkeit her. In einer Welt vielfältiger Agenden, Entwicklungen und Trends bieten die kaleidoskopischen Collagen und Skulpturen einen orakelhaften Blick auf universale Themen.

Kleinfeld’s Arbeit vermag es, die Betrachtung komplexer Fragestellungen und Prozesse aus einer notwendigen Distanz anzuregen. Verschiedene sich überlagernde Bildebenen und Bedeutungen legen ein verborgenes Erbe oder eine bestimmte genetische oder psychologische Konstitution frei. Seine Praxis zieht dabei das Gewicht und die Bedeutung jedes einzelnen Bildes in Betracht und bleibt auf das Wesentliche reduziert. Die Einfachheit findet die Schönheit im Schrecken und die Hoffnung inmitten von Furcht.

Marcus Kleinfeld (1979, Berlin) studierte am Chelsea College of Art und am Goldsmith College in London. Er wurde mit dem BCC Brussels Cologne Contemporaries Award 2013 his solo exhibition ausgezeichnet. Die damit verbundene Einzelausstellung im La Centrale, Brüssel wird am 12 März 2014 eröffnet. Weitere Ausstellungen finden 2014 im Essener Kunstverein (mit Eli Cortiñas) und Kunstverein Cuxhaven statt. Marcus Kleinfeld lebt und arbeitet in Berlin.

PHILIPP FÜRHOFER – ON/OFF RELATIONS

8 November 2013 – 18 January 2014

SCHMIDT & HANDRUP freut sich sehr, die erste Einzelausstellung von Philipp Fürhofer in den Kölner Galerieräumen anzukündigen.

Der Künstler und Bühnenbildner Philipp Fürhofer arbeitet mit verspiegelten, bemalten Leuchtkästen, die die Grenzen zwischen Theatralität, Malerei und Objekt erforschen. Die Plexiglaskästen sind ähnlich einer Assemblage mit Gegenständen wie Ateliermaterialien, Stoffresten und Kabeln befüllt und enthalten Leuchtkörper, die sich ein- und ausschalten lassen und je nach Zustand völlig verschiedene Eindrücke entfalten. Jede Arbeit besteht so aus verschiedenenen Momenten und entwickelt eine theatrale Dimension. Anders als beim Theater ist es aber der Betrachter selbst, der das Geschehen steuert und entscheidet, welchen Zustand er zur Aufführung bringt. Das MOtiv einers Gesichts im Profil, das immer wieder auftaucht, greift dies auf und verweist auf die menschliche Existenz, die sinnbildlich für Wandel und Vergänglichkeit steht. Gleichzeitig betont Fürhofer damit auch die Bedeutung der Malerei. Denn obwohl das Objekthafte, Vielschichtige und das verführerische Leuchten der Kästen sich in den Vordergrund spielt, ist es auch immer die Malerie, die die tragende Rolle spielt, die inszeniert wird und in verschiedenen Zuständen zur Erscheinung kommt, als erzählerisches Element, das durch die Beleuchtung erhellt wird oder als abstrakte Komposition, die erst im beleuchteten Zustand sichtbar wird.

Philipp Fürhofer (1982, Augsburg) studierte an der UdK Berlin bei Prof. Hans Jürgen Diehl. Seine Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen unter amderem im Bayerischen Nationalmuseum, München, im Kunstraum Kreuzberg, Berlin und im Neuen Aachener Kunstverein gezeigt. Er gestaltete Bühnenbilder für De Nederlandse Opera Amsterdam, das Badische Staatstheater in Karlsruhe und das Royal Opera House Covent Garden, London.

TIMO SEBER – TOTO

5 September – 2 November 2013

“Africa” ist wahrscheinlich das bekannteste Stück der amerikanischen Rockband Toto. David Paich, der Keyboarder der Band, aus dessen Feder der Nummer 1 Hit von 1983 stammt, hatte den Kontinent zuvor noch nie bereist. Seine Inspiration für den Text erhielt er aus Artikeln aus dem National Geographic, aus Nachrichtenbeiträgen und Reiseberichten. Das Stück handelt nicht nur von einer Liebesgeschichte, sondern ist vor allem getragen von einer romantisch-naiven Sehnsucht nach dem Unbekannten und dem Versuch, sich diesem anzunähern.

Das Stichwort “Africa”, welches Timo Seber mit dem Verweis auf die Band Toto und ihren größten Hit liefert, gibt Hinweise auf die verschiedenen Erzählebenen der Ausstellung: Es geht um Pop-Kultur, Kolonialismus, bildwissenschaftliche Diskurse und die Funktion des Künstlers.

Fotos, die Timo Seber mit dem iPhone in New York und Chicago aufgenommen hat – Schnappschüsse von Sehenswürdigkeiten, die man nach der Reise zu Hause zeigt oder auf Facebook postet, werden für die Ausstellung vergrößert und auf transparente Folien aufgezogen. Das Motiv wird grobkörnig, wie ein Raster, und die fotografierte Architektur überlagert sich mit der Architektur des Ausstellungsraums. Die Folien – teilweise von Schutznetzen verhüllt, wie sie benutzt werden, um Tauben von Monumenten freizuhalten – verweisen auf ein zwiespältiges Verhältnis zwischen Schutz und Dominanz.

Was passiert mit Bildern und Objekten, wenn wir sie zu Kulturgütern erklären? Ab wann muss man sie vor ihren eigenen Bedingungen schützen und wie verändern sie sich dabei?

Die Skulpturen greifen den Gedanken auf uns spinnen ihn weiter: Tische mit textilen Weltkarten bespannt, werden zu Spielfeldern, die Welt damit zu einem Bild, das wir auf einen Blick erfassen können. Durch die Wiederholung des Motivs entstehen neue Relationen und Perspektiven. Die auf den Tischen gestapelten Bücher (So sahen sie uns, Cottie A. Borland / Werner Forman, 1968) zeigen Bilder, die Einwohner ehemaliger europäischer Kolonien von den weißen Invasoren machten. Für diese hat Seber neue Umschläge gestaltet, die verschiedene “Freundschafts- und Schutzverträge” zeigen, die Deutschland mit seinen Kolonien abgeschlossen hat. Auch hier der Verweis auf eine Form von Dominanz, die unter dem Deckmantel eines Schutzversprechens steht.

Die Überlagerung verschiedener Handlungsstränge ist charakteristisch für Timo Sebers Arbeit. Ebenso der Bezug zu seiner eigenen Geschichte und seinem künstlerischen Schaffen, sowie die Wiederholung von Motiven: Der Schirm, das ursprüngliche Herrscher Signet, findet sich ebenso wieder, wie die ironische Beschäftigung mit Popkultur – in diesem Fall der Band Toto.

Timo Seber, geboren 1984 in Köln, studierte an der Kunsthochschule für Medien in Köln bei Marcel Odenbach und Johannes Wohnseifer. 2012 erhielt er das Peter-Mertes-Stipendium des Bonner Kunstvereins. Die damit verbundene Einzelausstellung im Bonner Kunstverein wird am 08. September eröffnet. Timo Seber lebt und arbeitet in Berlin.

CARSTEN FOCK – GLAUBE UND VERZWEIFLUNG

19 April – 29 June 2013

Carsten Fock ist ein Extremist, im Leben wie in der Kunst – aber nicht auf eine kitschige spätavant-gardistische Art, die Leben und Kunst zu einem Brei verrührt, sondern, wie es sich für einen Künstler heute gehört, der mit einem Bein im 20. und mit einem Bein im 21. Jahrhundert steht, auf eine helle Art, selbst wenn die Bilder dunkel leuchten, auf eine aufklärerische Art, selbst wenn er von Glaube und Verzweiflung erzählt.

Seine Kunst ist dabei ein Mittel, sich der Welt zu erwehren, wie sie anbrandet, mit ihren Lügen, ihren Kränkungen, ihren Tricks, mit all dem, was der Mensch sich ausdenkt, um sich vorzumachen, dass er sich nicht im nächsten Moment verraten oder erschlagen würde – Zivilisation, so haben manche das genannt in diesem alten, alten Europa, in dem wir heute leben, Zivilisation gedacht als Firnis, als Schutzmantel über dem tierischen Selbst des Menschen: Aber auch diese Konstruktion wirkt seltsam veraltet, eine Schimäre nicht in dem Sinn, dass sie nicht stimmte, sondern eher in dem Sinn, dass sich der Mensch komplizierter zeigt und widerständiger gegen reduktionistische Theorien.

Was macht also Fock? Er lässt die Zeichen aufeinander krachen und schaut sich die Unfallstellen der Ideologien an: Die echte Verzweiflung in der Popkultur interessiert ihn genauso wie die falschen Versprechungen in der Politik, er ist skeptisch schon qua Biographie – aufgewachsen im Verkrümmungsstaat DDR, geflohen, nie angekommen, weil er eigentlich im Kopf viel weiter wollte als dieses neue Deutschland, das sich eine Weile wirklich neu anfühlte und jetzt mehr und mehr zeigt, wie eng es ist, wie borniert es ist, wie selbstgefällig und selbstvergessen.

Wenn die Welt gut wäre und gerecht, dann würden nicht zynische Kindsköpfe unsere Wegweiser sein durch den Dschungel aus Schuld und Romantik, sondern der kindlich erwachsene Fock, der so ernsthaft und manchmal besessen an seiner Gegenwart arbeitet wie kaum ein Künstler, den ich kenne – wobei die Gegenwart in diesem Fall eben die Pet Shop Boys genauso meint wie Ludwig Wittgenstein: Alles ist Oberfläche, einerseits, da ist der zornige Zizek ganz auf Focks Seite; alles ist Abgrund, andererseits, da ist Fock ganz Deutscher, so sehr er sich auch wehrt, gegen diese Berge, gegen diese Wälder, gegen die Verzweiflungsphilosophen Nietzsche oder Schopenhauer, die er verachtet, die ihn verwundern, die ihn verletzen, weil er sich von all dem verletzen lässt, was er malt, schon um sich davor zu schützen.

Das ist der tiefe, der politische Kern des Werks von Carsten Fock – und „Glaube und Verzweiflung“ könnte als Überschrift für dieses ganze Werk gelten, in dem sich Abstraktion und Konkretion in mehr oder weniger regelmäßigen Phasen abwechseln, sich vielfach überlagern, sich gegenseitig voran treiben, in der dauernden Suche nach einer Form für die Zumutung und auch die Schönheit des Seins: Verzweiflung ist dabei eine Konstante, Glaube ist etwas Neues, dieser Versuch, sich zu versenken, sich zu vergessen, etwas zu finden, das größer ist als man selbst, größer ist als der Schmerz. Und doch sind Glaube und Verzweiflung bei Fock kein Gegensatzpaar, es sind zwei Konzepte, um die menschliche Existenz zu beschreiben.

Fock, der Extremist, zeigt sich dabei in der Geste wie in der Parole, seine Bilder sind wütend oder verletzt oder hoffnungsvoll, weil er es selbst ist – und doch sind es die Striche, die Übermalungen, die Farben, die diese Fock-Geschichte erzählen, Fock ist Mittler, durch den diese Gegenwart geht, er ist der Filter für die Worte, die Diskurse, die politischen Verschiebungen in dieser Zeit, die so bewegt ist, dass wir es selbst nicht mehr merken, und dafür jemanden brauchen wie Carsten Fock, der zugleich tief in seiner Epoche steht und weit außerhalb, der uns sieht, nicht wie wir sind, sondern wie wir gewesen sein werden.

Georg Diez

ANNE LINA BILLINGER – START/STOP/SYNCRO

26 January – 28 March 2013

SCHMIDT & HANDRUP freut sich sehr, die erste Einzelausstellung von Anne Lina Billinger ankündigen zu dürfen.

Die Ausstellung start/stop/syncro der 1983 in Frankfurt am Main geborenen Städel-Absolventin zeigt Collagen, dem seit Studienzeiten bevorzugten Medium der Künstlerin. Ihren Materialien wie Zeitungsausschnitten, Sprühfarben, Glas oder Magazinseiten ist sie im Wesentlichen treu geblieben, der Träger dagegen hat sich verändert, hat eine neue Gewichtung bekommen. Buchstäblich, weil die von Billinger gesammelten Gegenstände in Beton gegossen werden. Es ist der Kontrast der Materialien, der den Betrachter beim Anblick der Betonplatten fesselt: “Mich beeindrucken die Gegensätze, seien sie im Gleichgewicht oder Ungleichgewicht, und ihr Verhältnis zur Harmonie und Disharmonie. Intuitiv verbinde ich so verschiedenste Ebenen in meinen Arbeiten.”

Intuition spielt bei der Produktion der Betonarbeiten eine entscheidende Rolle. Unvorhergesehenes wie Trocknungsrisse im Mörtel, die Verformung der eingegossenen Materialien oder das Verhalten der als Gussform dienende Obstkisten ist kalkuliert und doch bleibt der Prozess stets dem Zufall überlassen. Vermeintliche Makel wie Bruchstellen und Risse machen den besonderen Charakter des Materials sichtbar. Sie erfahren keine Wertung durch die Künstlerin, sondern liefern das Potential für neue Ideen. Das Ergebnis ist zerbrechlich und rau, abstrakt und konkret. Der Beton wird über seine bekannten Eigenschaften aufgewertet und äußerst malerisch.

Im Büro der Galerie werden ergänzend Collagen aus Magazinen zu sehen sein, die ausgehöhlt als Rahmen der eingelassenen Materialien dienen, mit neuem Inhalt und Sinn gefüllt werden.

Anne Lina Billinger studierte an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Städelschule, Frankfurt am Main bei Wolfgang Tillmans, Willem de Rooj und Michael Krebber. Sie beendete 2010 ihr Studium als Meisterschülerin der Klasse Michael Krebber.

STEPHANIE SNIDER – THRESHOLDS

17 November – 21 December 2012

SCHMIDT & HANDRUP freut sich sehr, die zweite Einzelausstellung der amerikanischen Künstlerin Stephanie Snider (geboren 1969 in Detroit, USA) in Köln ankündigen zu dürfen.

Die Schwelle (engl. threshold) ist das verbindende Element der gleichnamigen Ausstellung der US-amerikanischen Künstlerin Stephanie Snider. Als architektonisches Element bezeichnet die Schwelle den Boden einer Türöffnung, die Grenze zwischen Innen und Außen. Sie markiert damit einen Bereich zwischen Ahnen und Wissen, innerhalb dessen die Neugierde auf das, was auf der anderen Seite sein könnte, noch intakt ist.

Stephanie Sniders Skulpturen und Collagen bilden Schwellen zu fiktionalen Orten. Die Vorstellung einer Bühne oder eines Spielfeldes als Ausgangspunkt nehmend, eignen sich die Arbeiten architektonische Elemente als Metapher eines psychologischen Raums an. Sie lassen dabei Landschaften entstehen, die verführerisch-einladend erscheinen. Konzeptuelle und formale Hinweise wickeln den Betrachter in deren Geheimnis ein. Alles bleibt nur eine Möglichkeit.

Seit Abschluß ihres Studiums, das sie 1998 mit dem MFA an der Yale University beendete, lehrt Stephanie Snider an namenhaften Instituten, darunter der Pennsylvania State University, der Rhode Island School of Design und Princeton. 2009 erhielt sie nach zahlreichen früheren Auszeichnungen den Guggenheim Fellowship in the Creative Arts, eines der wichtigsten Stipendien für Künstler in den USA. Sie lebt und arbeitet in New York.