ANNE LINA BILLINGER – START/STOP/SYNCRO

26 January – 28 March 2013

SCHMIDT & HANDRUP freut sich sehr, die erste Einzelausstellung von Anne Lina Billinger ankündigen zu dürfen.

Die Ausstellung start/stop/syncro der 1983 in Frankfurt am Main geborenen Städel-Absolventin zeigt Collagen, dem seit Studienzeiten bevorzugten Medium der Künstlerin. Ihren Materialien wie Zeitungsausschnitten, Sprühfarben, Glas oder Magazinseiten ist sie im Wesentlichen treu geblieben, der Träger dagegen hat sich verändert, hat eine neue Gewichtung bekommen. Buchstäblich, weil die von Billinger gesammelten Gegenstände in Beton gegossen werden. Es ist der Kontrast der Materialien, der den Betrachter beim Anblick der Betonplatten fesselt: “Mich beeindrucken die Gegensätze, seien sie im Gleichgewicht oder Ungleichgewicht, und ihr Verhältnis zur Harmonie und Disharmonie. Intuitiv verbinde ich so verschiedenste Ebenen in meinen Arbeiten.”

Intuition spielt bei der Produktion der Betonarbeiten eine entscheidende Rolle. Unvorhergesehenes wie Trocknungsrisse im Mörtel, die Verformung der eingegossenen Materialien oder das Verhalten der als Gussform dienende Obstkisten ist kalkuliert und doch bleibt der Prozess stets dem Zufall überlassen. Vermeintliche Makel wie Bruchstellen und Risse machen den besonderen Charakter des Materials sichtbar. Sie erfahren keine Wertung durch die Künstlerin, sondern liefern das Potential für neue Ideen. Das Ergebnis ist zerbrechlich und rau, abstrakt und konkret. Der Beton wird über seine bekannten Eigenschaften aufgewertet und äußerst malerisch.

Im Büro der Galerie werden ergänzend Collagen aus Magazinen zu sehen sein, die ausgehöhlt als Rahmen der eingelassenen Materialien dienen, mit neuem Inhalt und Sinn gefüllt werden.

Anne Lina Billinger studierte an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Städelschule, Frankfurt am Main bei Wolfgang Tillmans, Willem de Rooj und Michael Krebber. Sie beendete 2010 ihr Studium als Meisterschülerin der Klasse Michael Krebber.