NATHAN PETER

TRANSLATION MOVEMENT

Travesia Cuatro, 6 November 2014 – 10 January 2015

CARSTEN FOCK

MATTHÄUS 6.26

Kunstverein Friedrichshafen, 31 October 2014

MAARTEN VAN ROY

En face

15 November – 20 December 2015
Vernissage: Friday, 14 November, 6 – 9 pm

En Face

 

MAARTEN VAN ROY
En face

(please scroll down for english version)

Zwei Hundefiguren empfangen den Besucher an der Tür. Dienen sie als Wachhunde für die ausgestellten Werke oder sind sie Portalfiguren für die Installation? Jedenfalls kennen sie ihr Revier, denn sie stammen aus einem Geschäft unweit der Galerie, sind seither jedoch schon durch einige Ausstellungsräume in Europa gereist. Beiden fehlt ein Ohr. Ein Ohr? Als doppelte Reinkarnation beschwören sie den Geist Van Goghs und Marcel Duchamps herauf.
So öffnet sich die Tür und der Besucher sieht sich, en face, einem fein verzweigten Geflecht aus Bezügen und Hinweisen gegenüber, die in verschiedene Richtungen deuten: Ready Made, Bildhauerei, Dadaismus, Collage, Konzeptkunst, Oberfläche, Bedeutung… alles verfängt sich ineinander und lässt sich kaum noch entwirren: Die Verpackung formt die Gestalt der Skulptur, die eigentlich ein Einrichtungsgegenstand ist, Kunststoff-Furnier wird in Form gebracht und collagiert und kaschiert doch eigentlich nur etwas, das im Verborgenen bleiben soll. Die Beziehung zwischen dem Objekt, seiner Bezeichnung und dem was es repräsentiert, löst sich auf. Es bleibt ein schmaler Grat – wir müssen balancieren.
Eine Büste liegt am Boden. Hat Van Roy die Skulptur enthauptet oder nimmt er sie mit ins 21. Jahrhundert, indem er dem Betrachter Einblicke gewährt und die Geste der schaffenden Hand des Künstlers betont? Man gewinnt den Eindruck als wäre beides gleichermaßen von Bedeutung, oder vielleicht auch etwas ganz Anderes. Die Bedeutung einer künstlerischen Arbeit erschöpft sich bekanntermaßen schon lange nicht mehr im Können und in der Handfertigkeit des Künstlers, sondern ist das Resultat eines Geflechts aus Diskursen, Prozessen und Strukturen.
Maarten Van Roy wirft uns ein Wort zu, wie einen rettenden Anker: „good”!
Maarten Van Roy, (1985, Bonheiden, Belgien), studierte an der KASK, Ghent und an der Kunstakademie Münster. Seine Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppen-ausstellungen gezeigt, u.a. im Westfälischen Kunstverein Münster, der Kunsthalle Münster und aktuell im Ausstellungsraum Croxhapox, Ghent. Er lebt und arbeitet in Köln.

 

MAARTEN VAN ROY
En face

The sculptures of two dogs receive the visitor at the door. Are they meant to work as exhibition guards or are they porch figures leading into the exhibition space?
Nevertheless, they know their territory, as they have been bought in a store nearby. Since then they have travelled some exhibition spaces all over Germany and the Netherlands. With both of them missing an ear it seems as if they were reincarnations, evoking the spirits of Van Gogh and Marcel Duchamp.

Just like this the door opens and the viewer finds himself – en face – with a fine branched net of hints and associations, pointing in various directions: Ready Made, Sculpture, Dada, Collage, Concept Art, surface, meaning… everything gets entangled and it is impossible to unravel the manifold layers: the packaging of what was meant to be a piece of furniture gives a sculpture its form, synthetic veneer is formed and collaged, but still conceals a deeper meaning that remains hidden. The relationship between object, its denotation and its representation fades. What remains is a thin line we have to balance.

A bust lies on the ground. Did Van Roy behead the sculpture oder did he try to take it into 21 century by stressing the artist’s gesture. One gets the impression that both is right and equally important, or maybe it just means something completely different. The significance and value of an artwork has for a long time resulted of much more than the mere skills of the artist. It is the product of discourse, processes, structures. Maarten Van Roy has left us one word, like a life line: „good“!

Maarten Van Roy, (1985, Bonheiden, Belgium), studied at KASK, Ghent and at Kunstakademie Münster. His works have been exhibited in solo and group exhibitions at Westfälischer Kunstverein Münster, Kunsthalle Münster and others. It is currently on view at Croxhapox, Ghent. Maarten Van Roy lives and works in Cologne.

LUKAS MARXT

Captive Horizon

6 November – 20 December 2014
Vernissage: Wednesday, 5 November, 6 – 9 pm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LUKAS MARXT
Captive Horizon

(please scroll down for english version)

Seit jeher ist der Mensch von einem Entdeckergeist getrieben. Nach der Eroberung des Unbekannten manifestiert sich im Kartierungsbestreben das menschliche Bedürfnis, die neu entdeckte Landmasse in erfassbare Einheiten zu portionieren und so begreifbar zu machen. Die Möglichkeiten, das Gelände darzustellen, sind vielfältig: Karten, Grundrisse, Skizzen… Jede Art der Abbildung jedoch, setzt den Betrachter voraus, was zur Folge hat, dass die Darstellung nicht sachlich bleiben kann. Die Entwicklung von neuen Messinstrumenten machte die Kartierung der uns umgebenden Welt zwar detaillierter, aber nur vermeintlich objektiver. Auch heute – während uns Satellitenbilder durch die Straßen navigieren – gibt die englische Maßeinheit „foot“ Hinweise darauf, dass einmal der menschliche Körper selbst das Maß für seine Umwelt war.

In seiner durch Land Art beeinflusste Arbeit setzt sich Lukas Marxt mit der Erfahrung von Umwelt auseinander und richtet seine Aufmerksamkeit auf Landschaften, die er mit der Kamera dokumentiert. Die Erfahrung und Abbildung von Landschaft beschränkt sich jedoch nicht auf ästhetische Kategorien oder ein bildhaftes Genre, sondern behandelt den symbolischen Gehalt von Landschaft als menschlichem Lebensraum. Obwohl die gefilmten Landschaften meist menschenleer bleiben, häufig unwirtlich sind, und auch der Betrachterstandpunkt und die Distanz zum Gefilmten nicht klar erkennbar werden, bildet doch der Mensch den Fixpunkt, der unmittelbar mit dem Gezeigten in Beziehung tritt.

Den Ausgangspunkt seiner Ausstellung Captive Horizon bildet ein Buch, das 2013 fertig gestellt wurde und die Erzählungen eines zurückgezogen auf der Insel Lanzarote lebenden Einzelgängers wiedergibt. Der Erzähler ist in verschiedenen Welten und verschiedenen Zeiten zu Hause, die unserer Umwelt in ihrer Struktur gleichen und dennoch wie Science Fiction klingen. „Das was man sieht, ist nicht reales Leben“ sagt er an einer Stelle. Die Aussage bildet einen Kontrapunkt zu Marxts Arbeiten.

Die Video-Arbeit It seems to be loneliness but it is not zeigt eine Wanderung über die Insel. Die Kamera auf den Boden gerichtet, das karstige Gestein filmend, das unter den Füßen knirscht, zeigt die Arbeit die Anstrengung bei der Erwanderung dieser Landschaft, die erst dadurch real zu werden scheint, dass sich jemand in ihr bewegt. Und dann, als hätte sich eine Tür zu einer Traumwelt aufgetan, plötzlich eine ganz andere Szenerie: Der Abstieg in einen geheimnisvollen unterirdischen Raum, in dem eine Frau schüchtern vor einer Kulisse posiert. Ist sie die Protagonistin aus der Geschichte des Erzählers?
In einem buchstäblichen Akt des „Begreifen-Wollens” nimmt Marxt Frottagen vom steinigen Boden ab. Als Skulpturen im Raum stehend, manifestiert sich in ihnen die Unmöglichkeit einer unmittelbaren Erfahrung.

Lukas Marxt, (1983 in Schladming), studierte an der Kunstuniversität in Linz, an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Seine Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen, beispielsweise in der Bundes-kunsthalle Bonn und dem Kunsthaus Graz gezeigt. Er wurde u.a. mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Lentos Kunstpreis ausgezeichnet. Lukas Marxt lebt und arbeitet in Köln und Brüssel.

 

 

LUKAS MARXT
Captive Horizon

From the very beginning man has been driven by the desire to explore new worlds. After its discovery the urge to control the newly conquered terrain becomes manifest in topographic mapping. Possibilities to illustrate landscape are manifold: maps, ground plans, sketches… But as any way of representation it implies the subjective viewer, maps can never be objective. By developing new measuring techniques our view of the world might seem to be more detailed – but even today, while satellite images navigate us through the streets, measurements like „foot” indicate that the human body is still a unit of measure for its own environment.

Influenced by Land Art, Lukas Marxt focusses on landscape and its perception. The perception and illustration of landscape however is not limited to aesthetic means or to a certain genre, but deals with the symbolic potential of landscape as human habitat. Although, in his films, landscapes appear deserted and hostile and the position and perspective of the viewer are left unclear, man still is the pivotal point.
On view in his first exhibition with the gallery is an artist book recounting the stories of a hermit, who lives secluded in the mountains on the island of Lanzarote. The narrator’s life takes place in several different dimensions that differ from our world in matter of time and space and his stories sound like science fiction to us, but still they resemble our own environment. „What you see is not reality” he tells us at one point. This statement marks as a counterpoint to Lukas Marxt’s works. The video work It seems to be loneliness but it is not shows the efforts one has to make to wander through the island’s rugged landscape, which seems only to become real by somebody moving around in it. The camera is directed to the ground, recording the karst landscape, that crunches with every footstep. Movements are slow. Suddenly, the scene changes drastically: We descend into a mysterious cave like room below surface, in which a girl poses shyly in front of what seems to be a stage setting. Is she supposed to be the protagonist of the hermit’s story?
With a literal act of „wanting to grasp something” Marxt takes frottages from the rocky ground. As free standing sculptures in the exhibition space they remind us of the impossibility of an immediate and genuine experience of the space that surrounds us.

Lukas Marxt, (1983 in Schladming, Austria) studied at Kunstuniversität in Linz, at Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig and Kunsthochschule für Medien Cologne. His works were exhibited in various solo and group exhibitions, at such institutions as Bundeskunsthalle Bonn and Kunsthaus Graz. He has been awarded, among others, the scholarship of the federal state of Northrine Westphalia and the Lentos Art Award. Lukas Marxt lives and works in Cologne and Brussels.

CARSTEN FOCK

SONNENAUFGANG
Carsten Fock im Dialog mit Otto Dix

Kunstverein Gera, 7 October 2014 – 10 January 2015

DELIA GONZALEZ

Temporary Autonomous Zone III

Teatr Studio, Warsaw, 4 – 5 October 2014

CARSTEN FOCK

MALLORCA II
with Ulrich Wulff

CCA Andratx, 27 September – 26 October 2014

NATHAN PETER

WAHRHEITEN
Sammlung SØR Rusche

Bayer Kulturhaus, Leverkusen, 14 September 2014 – 4 January 2015

THOMAS DOZOL

I wish I could remember this moment always

18 September – 25 October 2014

Opening: 14 September, 5 – 7 pm

Installation view, SCHMIDT & HANDRUP Berlin, 2014
Installation view, SCHMIDT & HANDRUP Berlin, 2014

 

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